Wir starten mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Blutdruck- und Cholesterinwerte, Ihren Lebensstil, Ihre Familiengeschichte und bestehende Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankung oder Schlafapnoe. Es folgt eine fokussierte kardiovaskuläre Untersuchung zur Bewertung Ihres aktuellen Status und zur Identifikation von Risikofaktoren. Die Diagnostik beginnt mit einer Blutdruckmessung in Ruhe an beiden Armen, denn ein Seitenunterschied von mehr als 15 mmHg kann auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hinweisen.
Bei Verdacht auf Weisskittelhypertonie oder maskierte Hypertonie, also Bluthochdruck, der nur ausserhalb der Praxis auftritt, verordnen wir eine 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM). Das Gerät zeichnet Ihren Blutdruck automatisch alle 15 bis 30 Minuten über Tag und Nacht auf und macht tägliche Schwankungen sowie das nächtliche Dipping-Verhalten sichtbar. Ein fehlendes nächtliches Absinken des Blutdrucks (Non-Dipping) ist ein eigenständiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse.
Das Lipidprofil aus der nüchternen Blutentnahme misst Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyceride und bei Bedarf Lipoprotein(a), einen genetisch bestimmten Risikofaktor. Ergänzend bestimmen wir Blutzucker, HbA1c, Nierenfunktionstests (Kreatinin, eGFR), Kalium, Leberwerte und Entzündungsmarker wie hochsensitives CRP, um ein vollständiges kardiovaskuläres Risikoprofil zu erstellen. Ein Ruhe-EKG zeichnet die elektrische Aktivität Ihres Herzens auf und erkennt Rhythmusstörungen und Hinweise auf eine linksventrikuläre Hypertrophie, die bei langbestehender Hypertonie häufig vorkommt.
Bei Bedarf ergänzen wir eine Echokardiographie, um festzustellen, ob Bluthochdruck bereits zu einer Verdickung der Herzwand oder einer diastolischen Funktionsstörung geführt hat. Auf dieser Basis berechnen wir Ihr individuelles kardiovaskuläres 10-Jahres-Risiko nach dem SCORE2-Modell und legen Ihre persönlichen Zielwerte fest.